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Die Geschicht vom schalenlosen Kürbiskern

Der Kürbis ist eine sehr alte Kulturpflanze. In Amerika wurden bei Ausgrabungen Reste der verschiedensten Arten aus der Gattung Cucurbita gefunden. Die ältesten Kürbisreste wurden im Süden von Mexiko gefunden.

Mit der Radiokarbonanalysenmethode wird der Anbau auf 10.700-9.200 v. Chr. datiert. Aus der Zeit zwischen 7000-5000 v. Chr. liegen Cucurbita pepo-Reste aus den Ocampo-Höhlen von Tamaulipas vor. Im Tehuacan-Gebiet, südlich von Mexiko-Stadt, wurden in Höhlenschichten aus der Zeit von ca. 5200 v. Chr. Reste einer weiteren Kürbisart (Cucurbita mixta) gefunden, ab 4900-3500 v. Chr. außerdem Reste von Moschuskürbis (Cucurbita moschata). Ab etwa 2000 v. Chr. wurde im Tehuacan-Gebiet auch wieder der "Gewöhnliche Kürbis" angebaut. Weitere Fundstellen von Cucurbita pepo gibt es in Nordamerika und in den Ozark Highlands im Mittleren Osten der USA (ca. 2000 v. Chr.).

Mehrere Autoren sehen Indien und Afrika als zweites Entstehungsgebiet der Kürbisgewächse an, die als "Alte-Welt"-Kürbisse bezeichnet werden. Zur Gruppe der "Alten-Welt"-Kürbisse zählen der Flaschenkürbis, die Bittermelone, die Wassermelone und die Gurke (JANICK und SIMON, 1993). In der alten Welt wurden aus der Familie der Kürbisgewächse nur in ägyptischen Gräbern Reste von Flaschenkürbissen gefunden sowie in der südwestafrikanischen Wüste Samenreste von Früchten des Narasstrauches. Die Hauptfundorte der echten Kürbisse (Cucurbita-Arten) liegen ausschließlich in Amerika. Überreste vom Flaschenkürbis (Lagenaria) wurden vereinzelt in Ägypten gefunden, hauptsächlich aber in Lateinamerika, so beispielsweise auch in Viru Valley in Peru (REITERER, 1994). Wie Ausgrabungen von verschiedenen Lagerstätten aus der Indianerzeit in Mittel- und Südamerika zeigen, dürfte es vor ca. 7.000 Jahren eine richtige Kürbiskultur-Epoche gegeben haben. Neben der Nutzung für Speisezwecke wurden z.B. aus Flaschenkürbissen nicht nur Kürbisflaschen, sondern auch Löffel, Schöpfer, Ess- und Vorratsgefäße hergestellt (KULMER und WEBER, 1990).

Christoph Kolumbus

Der "Steirische Ölkürbis", eine Art des gewöhnlichen Gartenkürbisses Cucurbita pepo, geht genetisch auf die Wildformen Cucurbita texana, Cucurbita fraterna und Cucurbita sororia zurück (REITERER, 1994). Am 3. Dezember 1492 hatte Christoph Kolumbus, wie es aus einer Tagebuchaufzeichnung hervorgeht, seine erste Begegnung mit dem Kürbis auf Kuba (REITERER, 1994). Wahrscheinlich kam der Kürbis bei der zweiten Reise 1496 mit Gefolgspersonen nach Spanien. Von Spanien aus erfolgte die Verbreitung des Kürbisses durch venetianische Kaufleute nach Italien und in die Türkei. Über Fleischhandelsrouten kam der Kürbis auch früh nach Ungarn. Der Weg in das südöstliche Österreich führte von Venetien, über Kärnten in die Steiermark . Nach Deutschland und auch in die Schweiz sowie in das nördliche Österreich fand der Kürbis Eingang über Frankreich und auch über die Niederlande. NEUNTEUFL (1999) beschreibt noch einen weiteren Verbreitungsweg des Kürbisses nach Europa: über die Huronen, die um die "Oberen Seen" in Nordamerika lebten, nach Frankreich. Erst im 19. Jahrhundert kam der Kürbis nach China und Japan (NEUNTEUFL, 1999).

Laut GEISLER (1988) lässt es sich nicht sicher nachweisen, wann die ersten Kürbissarten nach Europa gelangten. Anfang des 18. Jahrhunderts war diese Kulturpflanze in Frankreich und England bereits verbreitet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde sie auch in Russland angebaut. Die ältesten Kürbissamen der Gattung Cucurbita wurden im 17. Jahrhundert in Amsterdam gefunden und von PAPP (1984) als Gewöhnlicher Kürbis (Cucurbita pepo) bestimmt. (KÖRBER-GROHNE, 1988). Die große Sortenvielfalt in den USA entstand durch die Einwanderer aus Europa, die die Kürbisse als Andenken an ihre Heimat mitbrachten (NEUNTEUFL, 1999).

Die erste österreichische Erwähnung des Kürbisses erfolgte durch Clusius 1583 im Verzeichnis pannonischer Pflanzennamen. Die erste steirische Erwähnung des Kürbisses erfolgte 1596 auf einem Speiseplan eines Grazer Gymnasiums (REITERER, 1994). Der systematische Anbau von Kürbis zur Ölproduktion erfolgte erst relativ spät im 19. Jahrhundert unabhängig voneinander in verschiedenen Anbaugebieten (Russland, Ungarn, USA) (GEISLER, 1983). In der Ost- und Weststeiermark erfolgte der feldmäßige Anbau erst im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert war der Anbau im "Unterlande" bereits allgemein bekannt (GAMERITH, 1988).

Natürliche Mutation in der Steiermark

Der Steirische Ölkürbis ist vor über 100 Jahre durch eine natürliche Mutation entstanden. Zwischenzeitlich wurde der Steirische Kürbiskern züchterisch weiterbehandelt, so dass wir heute den dickbauchigen, dunkelgrünen und schalenlosen Kern haben. Der größte Vorteil des Steirischen Kürbiskerns liegt in den Inhaltsstoffen und qualitätsrelevanten Merkmalen.

Der schalenlose Ölkürbis wird heute vor allem in der Steiermark und einigen klimatisch begünstigten Regionen Österreichs gebaut. Aber auch in den angrenzenden Regionen wie z.B. in Slowenien, Ungarn und in weiteren osteuropäischen und asiatischen Ländern wird der schalenlose Kürbis bereits zwischenzeitlich angebaut.

In der Steiermark findet der Ölkürbis alle erforderlichen Voraussetzungen, sodass die Kerne beste Qualität erreichen. Diese hervorragende Qualität wird für den Konsumenten auf den ersten Blick durch die weiß-grüne Banderole von NEBAUER sichtbar.

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